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Magdeburger Spuren, Nr. 1549

Neunzehn Hansestädte, darunter Magdeburg, schließen einen Bündnis- und Hilfeleistungsvertrag (Tohopesate), 31. Oktober 1476

Quelle

Die im Stadtarchiv Braunschweig unter der Signatur A I 1: 885 aufbewahrte Urkunde ist aus Pergament. Am unteren Rand sind an Pergamentstreifen die Siegel der 19 Teilnehmerstädte angebracht. Ohne die angehängten Siegel ist die Urkunde 46 cm hoch und 62 cm breit. Die Urkunde ist in niederdeutscher Sprache abgefasst.

Die Hanse am Ende des 15. Jahrhunderts

Das Zusammenwirken der Hansestädte zum Schutz ihrer handelswirtschaftlichen Interessen und ihrer politischen Freiheit war ein wesentliches Charakteristikum der Hanse. Im 14. und 15. Jahrhundert galt die Hanse als Großmacht im Nord- und Ostseeraum. Es gelang dem Bündnis, seine Interessen gegen die der anderen Anrainer zu behaupten.

Mitte des 15. Jahrhunderts drohte ein Niedergang des Bündnisses. Die Herrscher der angrenzenden Länder Dänemark, Niederlande und Russland gewannen an politischer Macht und gefährdeten das Monopol der Hansestädte auf Handel und Fischfang. Die jahrhundertelang aufrechterhaltenen Steuerfreiheiten und Privilegien der Hansekaufleute wurden eingeschränkt. Zunehmend mussten sich die Hansestädte den Versuchen weltlicher und geistlicher Fürsten erwehren, die Kommunen ihrer Herrschaft zu unterwerfen. Die Folge war eine Intensivierung der Bündnispolitik.

Bereits im 14. Jahrhundert hatte sich innerhalb der Hanse ein Sächsischer Städtebund entwickelt, der im 15. Jahrhundert seine Blütephase erlebte. Hier hatten Braunschweig und Magdeburg eine Führungsrolle inne. In Braunschweig etwa fand der größere Teil der regelmäßigen Treffen der zeitweise bis zu 25 beteiligten Städte statt und auch die Finanzangelegenheiten des Bunds wurden hier geregelt. Zugleich traten die Städte Braunschweig und Magdeburg als die bedeutendsten Kommunen im sächsischen Drittel beziehungsweise späteren Quartier der Hanse als Interessenvertreter der kleineren sächsischen Städte auf den Hansetagen in Erscheinung. Eine klare Trennung zwischen der Hanse auf der einen und dem Sächsischen Städtebund auf der anderen Seite ist nicht immer möglich, da Akteure und Handlungsfelder vielfach identisch waren.[1]

Um sich gegen die zunehmende Bedrohung durch die anderen Herrschaftsträger zu schützen, trafen sich im Oktober 1476 die Vertreter von insgesamt 19 Hansestädten, die dem wendischen und dem sächsischen Quartier der Hanse angehörten, in Hildesheim, um ein Schutz- und Unterstützungsbündnis zu schließen.



[1] Steinführer, Henning, UNESCO-Weltdokumentenerbe in Braunschweig. Eine Urkunde von 1476 aus dem Stadtarchiv ist Teil der neu in das Welterbe aufgenommenen Dokumente zur Hansegeschichte in: Vier Viertel Kult. Vierteljahresschrift Braunschweigischer Kulturbesitz, Braunschweig 2023, S. 58-60.

Aussage und Einordnung der Quelle

Vertreter der Städte Lübeck, Bremen, Hamburg, Rostock, Stralsund, Wismar, Lüneburg, Stade, Uelzen auf wendischer sowie die Städte Magdeburg, Braunschweig, Halle/Saale, Halberstadt, Goslar, Hildesheim, Göttingen, Stendal, Hannover und Einbeck auf sächsischer Seite verpflichteten sich am 31. Oktober 1476 nicht nur zur gegenseitiger Hilfeleistung bei landesherrlichen Übergriffen aller Art, sondern sie vereinbarten konkrete Maßnahmen, wie sie ihren Zusagen nachzukommen haben. Beispielsweise legte man je nach Leistungsfähigkeit der Stadt fest, wieviel schwer bewaffnete Panzerreiter im Bedarfsfall auszurüsten und zu stellen waren. Für Magdeburg waren es zwölf dieser Elitekämpfer. Nur Lübeck und Hamburg stellten eine höhere Anzahl. Die Vereinbarung galt zunächst für sechs Jahre. Ein halbes Jahr vor Ablauf dieser Frist wollte man sich auf Einladung Lübecks in Lüneburg treffen, um dort über eine Verlängerung des Bündnisses zu verhandeln.

Die darüber ausgestellte großformatige Urkunde trägt auch die Bezeichnung: Tohopesate. Der Begriff leitet sich von dem niederdeutschen Wort tohopesaten – für sich vereinigen beziehungsweise ein Bündnis schließen – ab.

Die Urkunde wurde durch das Anhängen des jeweiligen Stadtsiegels beglaubigt. Dazu wurde die Urkunde von einer Stadt zur nächsten weitergereicht. Die Ausfertigung und Beglaubigung von 19 Urkunden – also für jeden Teilnehmer am Bündnis ein Exemplar – wäre zu aufwendig und zu teuer geworden. Man einigte sich deshalb darauf nur vier Exemplare auszufertigen und diese in den Städten Hamburg, Lübeck, Magdeburg und Braunschweig sicher aufzubewahren. Heute sind davon zwei Urkunden in den Stadtarchiven von Braunschweig und Lübeck erhalten. Das Magdeburger Exemplar ging 1631 bei der nahezu vollständigen Zerstörung der Stadt im Dreißigjährigen Krieg verloren. Die Hamburger Urkunde wurde wahrscheinlich beim Stadtbrand von 1842 ein Raub der Flammen.

Die Wirkmächtigkeit des Bündnisvertrages blieb allerdings beschränkt. Die Stadt Halle beispielsweise wartete bei ihrer Auseinandersetzung mit dem Erzbischofs Ernst von Wettin im Jahr 1478 vergeblich auf Unterstützung.

Bedeutung der Quelle

Die UNESCO hat eine im Braunschweiger Stadtarchiv verwahrte Urkunde im Mai 2023 als Teil des Weltdokumentenerbes ausgezeichnet. Die Urkunde ist eines von 17 Dokumenten zur Geschichte der Hanse aus Archiven in Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Lettland und Polen, die in das UNESCO-Register eingeschrieben worden. Sie dokumentieren das einzigartige historische Phänomen der Hanse, die über 600 Jahre die Geschichte Nordeuropas prägte. Sie ist mit ihren selbstbewussten und kämpferischen Formulierungen ein Beleg für die starke Position, die die Hansestädte am Ende des Spätmittelalters gegenüber den sie mehr und mehr bedrängenden Fürsten noch einnahmen.

Magdeburg spielte eine führende Rolle in diesem Städtebund und war deshalb als ein Aufbewahrungsort des Bündnisvertrages bestimmt wurden.

Wie viele andere wichtige der Dokumente der Stadtgeschichte wurde er 1631 ein Opfer des Feuers, das fast die ganze Stadt vernichtete. Nun kehrt die Urkunde zumindest virtuell ins Stadtarchiv Magdeburg zurück.

Weiterführende Literatur:

- Matthias Puhle: Die Politik der Stadt Braunschweig innerhalb des Sächsischen Städtebundes und der Hanse im späten Mittelalter. (Braunschweiger Werkstücke. Reihe A: Veröffentlichungen aus dem Stadtarchiv. Band 20 = Braunschweiger Werkstücke. Band 63), Braunschweig 1985, S. 151–154.

- Walther Stein (Hrsg.): Hansisches Urkundenbuch 1471 bis 1485. Band 10, Leipzig 1907, S. 327–333.

- Henning Steinführer: Braunschweiger Bündnisurkunde von 1476 ist Teil des UNESCO-Weltdokumentenerbes zur Geschichte der Hanse, in: Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen (Hrsg.): Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte 2023. Band 95, Neue Folge der „Zeitschrift des Historischen Vereins für Niedersachsen“, Wallstein, Göttingen 2023, S. 33–40.

 

Edition der Lübecker Ausfertigung:

Walther Stein (Hrsg.): Hansisches Urkundenbuch 1471 bis 1485. Band 10, Leipzig 1907, S. 327–333

Transkription

Wy[1] borgermestere unde radmanne der stede Lubeke, Bremen, Hamborch,

Rostocke, Stralessund, Wismar, Luneborch, Stade, Ultzen eyns, Magdeborch, Brunswick, Halle, Halverstadt, Goszler, Hildensem, Gottinge, Stendell, Hannover unde Embeke des anderen b deiles, bekennen unde betugen opembare in unde mit desseme breve vor alleszweme, dat wy vor uns unde unse nakomelinghe na guder betrachtinge, ripeme rade, mit wolbedachten mode unde vryen willen, Gode almechtich to lone, deme Hilgen Römisschen Ryke to eren unde werdicheid, dorch witliker noed, mitt vredes unde bestendicheid willen der lande unde stede, deme besten to gude unde umme unrechter gewald, overvallinghe unde vorkortinge wedder to staende uns loffliken, leeffliken unde vruntliken voreniget, vorstricket unde tohopegesatet hebben, vorenighen, vorstricken unde tohopesaten ghemenen uns jegenwardighen in kraft desses breves in nafarnener wise:

In dat erste dat een jewelk van uns erbenomeden steden zinem rechten heren dön schal, des he eme van eren unde rechtes weghene plichtich is to dönde, indeme desulven heren uns ok by gnaden, olden wunheiden unde heerkoment, privilegie unde rechten bliven laten dergelyken.

Unde wy willen des Hiligen Römisschen Rykes straten, de to unde van unsen steden ghaen, elck sinen wech, dar des to donde is, den gemenen copman, pelgrimen unde wanderende man mit sinen guderen truweliken mit flyte vordegedinghen, beschutten unde beschermen, wär wy konnen unde mögen.

Werit sake, dat van uns erbenomeden steden in desser tohopesate wesende yemande unser borgere, inwonere edder undersaten van heren, fursten, ritteren, knapen edder yemande anders ere gud genomen edder jemand gefanghen, mortbornet edder beschediget edder jennige stad van uns in eren privilegien, fryheiden ou[a] rechticheid, olden wonheiden unde heerkomen vorkortet edder gekrencket worde boven dat, dat de beschedigede vor sinen borliken richter rechtes to plegende overbodich gewest unde noch were, edder dat jennich van uns steden mit nyen uppsettingen edder anderen unplichten unde unwontliken beswaringhen belastet worde deme gemenen gude to vorfanghe, so mach de beschedigede edder beswarede stad dat dere negesten stad edder den veer steden edder na gelegenheid dere sake mehren steden, dar sulkent by gescheen is edder dare de beschediger werd entholden, to kennende gheven. Desulve stad edder stede scholen darumme truweliken arbeiden unde de eyne der anderen mit gantzem vlyte unde ernste dar to helpen, dat sodann ghenomen gud den beschedigeden wedder togekeret, de schade vorboet unde de gefanghene der gevencknisse qwid, ledich unde loesz edder de nye uppsettinge unde unwontlike beswaringe des gemenen gudes afgedaen werden möghe.

Unde alle dejennen, de der vorbenomeden unser stede borgere, inwonere offte undersaten in jenniger mate beschedigede unde dar vor nicht vulgedaen hebben edder don willen, scholen in nynen van uns steden unde unsen gebeden geleidet noch entholden werden; sunder wanner de beschedigede begherd de uptoholdende, denne scholen wy deme so doen upp ere recht unde vorder der stad, der des noed is, to vorforderinge sulkes rechten truweliken bistaen unde behulplik wesen. Dede jemand van uns steden erbenomet hyr entjeghen, de schal uns anderen steden in viff marken goldes vorfallen unde ute desser tohopesate gesat wesen, der nicht mehr to genetende.

Weret ok, dat jennige stad edder mehr stede van uns, der de eren so beschediget edder mit jennighen nyen upsettingen unde unwontliken beswaringen belastet worden unde dat tovorne vormiddelst syk sulves unde anderen steden desser tohopesate an de beschedigere edder beswarer edder anders, war syk dat mochte geboren, in vruntlicheid scriftliken edder muntliken gesocht unde erfordert, se ok to lyke, eren unde rechte vorboden hedden unde en dat nicht mochte gedyen unde denne darumme wes deden unde so vorder van dereweghen in nod unde last quemen in deme, dat men se mit gewalt overfallen edder mit hereskraft overtyen edder dat men en erer stede tovore unde affvore vorstoppen unde vorhinderen wolde, denne schal desulve benodigede stad eensodant den anderen eren negest bybelegenen steden up den örde vorwitliken, darumme tosamende to komende unde to radslagende, wo men densulven steden in eren nöden hulpe unde trost don moghe.

Unde offt de stede up deme orde unde in den deile belegen dat na gelegenheid der benodigeden stad alleyne nicht vormochten, denne under malckander endrechtigen eyne enkede bequemelike unde0 belegelike dachstede to vorramende unde uns anderen stede alle unde elck besundern aldare to vorscrivende unde to eysschende unde to openende alle gelegenheid dere schele; alß dar denne een jewelik vormiddelst mede personen des rades mit vuller macht schal erschinen, umme aldare tor sulven dachstede ripliken to radslagende, wo men der benodigeden stede mit rade unde dade hulpe, trost unde bystand don moge, id sy mit reisigeme tuge edder anders, wo dat dersulven stede namede erkantnisse der anderen stede profitlikest unde nuttest syn mach; unde wäre de van Lubeke 20 gewapene edder andere werhaftigen uthmaken, scholen de van Bremen 12, Hamborch 15, Rostocke 8, Stralessund 10, Wysmer 5, Luneborch 12, Stade 4, Ultzen 2, Magdeborch 12, Brunszwick 12, Halle 12, Halverstad 6, Goszler 5, Hildenszem 8, Gottingen 8, Stendell 8, Hannover 5 unde Einbeke 6, na desser sulven schickinge der hulpe in deme talle na vorgescrevener wise unde gelegenheid to vormerende unde to vormynrende, alse des behoff werd zyn unde van noden.

Unde eyne jewelke stad schal synem talle volckes kost unde theringe wente in de beveideden edder benodigeden stede bestellen. Unde wan se in sulke stad synt gekomen, schal desulve stad den volke en so gesant unde eren perden kost, gedrencke, hoy, haveren unde hoffslach, de wile se in erer hulpe synt, bestellen; men eyne jewelike stad schal den sinen soldie besorgen unde vor perde schaden gud wesen.

Neme ok de beveidede edder benodigede stede vromen in vee edder dingktale, schal to dersulven stede kokene behoff komen, men nemen se in gevanghenen edder anders in yenigerleie wise vromen, den schal men delen na antale dere weraftigen, de den vromen gewornen hebben, twe to vote vor enen to perde gerekent.

Were ok, dat jemand van unsen uthgesanten volcke in sulker veede worden gefangen, dar God vor sy, denne scholen unde willen wy van den, de van uns unde den unsen sint, wedder gefanghen edder vangende werden, jegenere gheven, de wile der welcke sint unde yemand van uns hefft beholden. Weren denne jennige vanghen over, de scholen wy gelyk deilen na antale des ingesettes der hulpe, twe to vote vor eynen to perde gerekent. Hedden ok unse gefanghene nyne jeghenere, so scholen wii de ok wedder losen na antale des ingesettes dere hulpe der gelyken.

Worden ok von uns steden in vorgefarenener wise jennige stede, slote edder veste gewunnen, de gerechticheide, de darinne sint gewannen, scholen bliven by der beveideden stede unde stan to erkentnisse veer andere stede desser tohopesate unparthielyk, wes men uns anderen steden darvan don schal.

Were ok jennich van uns steden der beveideden edder benodigeden stede so verne belegen edder na gelegenheid so gewand, dat se nyne hulpe mit weraftigen volcke, dat kentlyk were, don konden edder lever geld ghenen wolde, welk to der bevededen unde benodigeden stede willekore, wol gefallen unde kore unde ok to der anderen stede erkentnisse stan schal, so schal men vor eynen jewelcken resenere to perde to jeweliken mante veer rinsche gulden gheven.

Worde ok der bevededen unde benodigheden stede vurder unde starker hulpe behoff, sodane schal se scriven der hovetstad uppe deme örde, dar idis beleghen, de denne interste darumme de anderen stede alle uppe deme sulven örde unde, offt des vorder noid were, uns anderen stede alle upp legelyke tyde unde stede schal vorscriven, umme ere radeskumpane to sodanner vorrameden dachstede to schickende, de schele to opene, dar denne to radslagende der bevededen unde benodigeden stede furder hulpe unde tröst to dönde, so des denne worde behoff zin unde van noden.

Were ok, dat jenniger stad van uns hastich nod anqweme, so dat men uns alle sobalde nicht vorboden unde de not witlyk don konde, denne scholen de negest bybeleghene stede, up welkeme örde dat belegen is, dersulven stad na nottrofft to hulpe komen unde nicht vorlaten. Unde wes desulven bybelegene stede denne also vortheren, dat scholen unde willen wy stede alle samptliken draghen na antale, so een jewelyk na insettinge der hulpe is geschicket.

Were ok, dat jennich furste, here, ritter edder knape jemande van uns steden veeden unde overfallen wolde, den schal men uth nöynen van uns steden jennige vittallige, were, harnsch edder jennich ander dinck uthgeven, vorkopen edder volgen laten. Unde de rad ener jeweliken stad schal sodant eren borgeren opembar beden, vorkundigen unde witlick don, se deshalven to warschuwende, so dat sodane gebod ernstliken unde gestrengeliken werde geholden by vorlust des gudes unde ener mark goldes, der sulven stad, dar sodant inne geschüt, vorvallen to wesende sunder gnade.

Wy en schollen noch en willen unser een deme anderen toweder nymande unser stede borgere, de dar jennighe sorchvoldige vorgadderinghe, parthie edder uploep makeden to vorderne dersulven stad, dare de borgere inne is, in unsen steden desser tohopesate wesende noch in unsen gebeden husen, liegen effte entholden in jenniger wise by pene 5 mark goldes.

Ok enschalmen in unsen steden unde gebeden nemande van unsen borgeren unde inwoneren umme eyns anderen schuld edder sake willen behynderen noch sin gud besetten laten, sunder den sake wolden to dren tyden vorvolghen vor sinem rade scriftliken edder muntliken, wolde de denne nyne betalinge don edder willen maken, so schal en de stad ute erer stad unde gebede wisen ane geverde.

Were ok, dat wy erbenomede stede eyne oft mehr ander stede in desse tohopesate nemen wolden, des willen wii alle tyd mechtich wesen, unde sodant schal scheen mit unser aller endrachtigen rade unde vulbord.

Hadde ok jemand van uns steden jennige tohopesate mit weme anders, darmede scholen de unde desse bliven unvorbroken, doch dat de ene stede der anderen also id holde s, alse se dat wil wedder geholden hebben in gelyken, ok nyne andere tohopesate antogande, darmede desse gekrencket edder gebroken werden möge.

Wellike stad ok van uns in desser tohopesate wesende mit unsen medewetene tor veide is gekomen, de en schal nicht sonen, wy en syn alle in der sone mede begrepen unde wol darane vorsorget.

Quemet averst dat na der sone jemand van uns sampt edder besunderen der besonede veide halven uppe dat nye bedegedinget edder beveidet worde, des scholen wy by enandere truwelyken bliven in aller mate, so vorberoret is.

Unde unser een schal den anderen de tyd desser tohopesate alle dingk keren unde duden tome besten unde mit allen truwen unde geloven bistendich unde radsam wesen sunder alle geverde.

Weret ok dat jennige stad van uns in yenighen puncten desser tohopesate brockhafftich worde unde de hulpe na vorberoreder wyse so nicht en dede, de schal uns anderen steden samptliken in deen marken goldes zin vorfallen; dergelyken de unhorsam wurde unde tore vorrameden dachstede nicht erschineden unde syk des mit kentliken ehaftigen nodsaken nicht entschuldigen konden, in eyne mark goldes, darvan de helffte der vorscreven pene der beveededen stad unde de andere helfte wy andere stede scholen hebben. Unde umme sodane penengeld to bemanende, schal men dat int erste gudliken vorscriven unde vorfolgen. Worde de stad denne an der betalinghe sumich unde vorsatich unde der binnen dren maenten negest volgende nicht en dede, so schal men dere stad borgere unde gudere in unser aller stede unde gebeden, warmendes kan bekomen, darumme toven unde uppholden, so lange dat genszliken is entrichtet unde betalet. Unde darto schal desulve stad ute desser tohopesate gesath wesen unde der nicht mehre gheneten.

Quemet ok, dat twe edder mehr stede van uns in den middelen tyden desser tohopesate schelafftich worden, wodaner wysz dat ok geschege, sodanner schelinge halven scholen dree van den negesten umpartieliken bybeleghenen steden mechtich wesen, wen se des besocht werden, se darumme up belegeliken steden unde tyden yo ere jo lever in vruntschup to vorlikende unde to vorschedende, deme se ok redeliker vruntschup nicht scholen enthoren. konden se de yo in vruntschup nicht vorliken, denne scholen se de binnen den negestvolgende halven jare in rechte entliken vorscheden. Unde wes ene denne also van en allen edder vau den mesten teele in rechtef wert affgesecht, dar schal id by bliven by pene 5 mark goldes, der de helffte den gehorsamen unde de andere helffte den schedesheren schal wesen vorvallen.

Were ok en offte mehre van sulken schellaftighen steden beveedet, denne schal de sake eynen jewelyken in sinem rechte unvorfencklyk allerdinge unvorvolget stande bliven, so langhe sodane veedede stad der veede genszliken is enthaven, unde schal allyke wol der beveededen stad truweliken bystän unde desser tohopesate uuschedelik wesen.

Desse tohopesate schal nu uppe Martini negestkomende anstän unde sesz jare sunder middell negest volgende duren unde waren, unde ehre de sesz jare ummekomen, een half jare tovorne na vorscriviunghe dere van Lubeke scholen unde willen wy stede alle vorbenomet bynnen Luneborch tosamende komen, vormiddest medepersonen des rades darinne spreken unde sluten, ifft wy desse tohopesate ok lengher holden edder de warmede voranderen willen.

Alle vorscreven stucke unde articule loven wy borgermestere unde radmanne der vorbenomeden stede alle unde elck besunderen vor uns unde unse nakomelinge stede, vast unde unvorbroken in guden truwen unde geloven to holdende sunder alle argelist. Unde des to merer tughnissem hebben wy unser stede ingesegele witliken heten hanghen an desse breve, der vere sint eynes ludes, een by den van Lubeke, een by den van Hamborch, een by den van Magdeborch unde een by den van Brunszwick in vorwaringhe. Screven na der bord Cristi unses11 heren veerteynhundert dar na im seszundesivenzigesten jare am avende Omnium Sanctorum.

 



[a] über die Zeile geschrieben



[1] Transkription folgt der Braunschweiger Urkunde. Unleserliche Stellen wurden mit Hilfe der Edition in Walther Stein (Hrsg.): Hansisches Urkundenbuch 1471 bis 1485. Band 10, Leipzig 1907, S. 327–333 ergänzt, die allerdings der Lübecker Ausfertigung folgt.

Zitiervorschlag

Jens Kunze, Ein frühes Zeugnis der Städtepartnerschaft. Neunzehn Hansestädte, darunter Magdeburg, schließen einen Bündnis- und Hilfeleistungsvertrag (1476) , https://www.magdeburger-spuren.de/de/detailansicht.html?sig=1549 (18.07.2024)

Erschließungsinformationen

Signatur
1549
Datierung
31.10.1476
Systematik 1
02.01.07.01 Hanse und Sächsischer Städtebund
Systematik 2
Diplomatie
Fundort
Stadtarchiv Braunschweig
Signatur Fundort
Stadtarchiv Braunschweig, Urkunden, A I 1: 885
Umfang
1 Pergament
Beschreibung
Urkunde mit 19 angehängten Siegeln, Pergament, 46 cm hoch und 62 cm breit, niederdeutsch
Bemerkung
juno
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