Zwischenstand zur Halbzeit des Praktikums

Nach rund drei Wochen im Stadtarchiv Magdeburg und der Mitarbeit am Projekt kann ich die erste Bilanz ziehen, dass sich die vielfältigen Überschneidungen zwischen Archivarbeit, Geschichte und Germanistik bei jedem zu bearbeitenden Dokument neu zusammensetzen und uns so die Hintergründe des jeweiligen Textes offenbaren.

Als Studentin der Sprach- und Literaturwissenschaft ist es mir bei meiner Arbeit besonders wichtig, anhand der verwendeten Sprache oder Dialekte sowie der Schriftform auf den Verfasser des Textes schließen zu können. Konkret für das Dokument, das ich derzeit bearbeite, einer Korrespondenz zwischen den Städten Magdeburg, Braunschweig und Riga (Lettland) aus dem Jahr 1542, bedeutet dies, zu hinterfragen, wer der Schreiber des Textes gewesen sein könnte und welcher Dialekt verwendet wurde. War es eine Person aus Magdeburg, die im dort verwendeten Dialekt Ostfälisch, einer Unterart des Plattdeutschen, geschrieben hat? Hat er für eine Kanzlei gearbeitet und wurde entsprechend für diese Schreibarbeit ausgebildet? Wie konnte überhaupt eine erfolgreiche Korrespondenz per Brief zwischen zwei deutschen und einer lettischen Stadt im späten Mittelalter funktionieren?

Mithilfe des historischen Kontextes und Zeitgeschehens sollen diese Fragen bis Ende des Praktikums möglichst genau beantwortet und die Spuren in zwei neuen Schaufensterdokumenten zugänglich gemacht werden. Lassen wir uns überraschen, welche neuen Erkenntnisse dadurch für die Magdeburger Geschichte gewonnen werden können!

Nathalie Becker

Das Foto zeigt meine Vorgehensweise zur Erschließung der verschiedenen niederdeutschen (plattdeutschen) Dialekte und ihrer typischen sprachlichen Erkennungsmerkmale zur Entstehungszeit des Dokuments.

Das Foto zeigt meine Vorgehensweise zur Erschließung der verschiedenen niederdeutschen (plattdeutschen) Dialekte und ihrer typischen sprachlichen Erkennungsmerkmale zur Entstehungszeit des Dokuments.

© Nathalie Becker

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